14.11.26

EIN DEUTSCHES REQUIEM – IN NEUEM LICHT

Brahms' Meisterwerk in einer reizvoll transparenten Kammermusikfassung

Johanna Kaldewei Sopran
Tobias Berndt Bass
Sächsisches Vocalensemble
Mitglieder der Dresdner Kapellsolisten
Matthias Jung Leitung

Ticketpreise: 26 | 21 €

Programm

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem, op. 45
Bearbeitung für Soli, Chor und acht Instrumente von Iain Farrington

Foto des Sächsischen Vocalensembles
© Frank Höhler

„Wenn Du unsere Mutter noch sehen willst, dann komme gleich.“ Dieses Telegramm ereilte Johannes Brahms am 2. Februar 1865 in Wien von seinem Bruder Fritz. Als Johannes die Stadt seiner Kindheit und Jugend Hamburg endlich erreichte, war die Mutter bereits tot. Sein Gedenken an Christiane wurde wiederholt zu Musik, so im nachträglich komponierten fünften Satz des Requiems, „Ihr habt nun Traurigkeit“, mit dem Chor „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“. Es ist einer der ergreifendsten Sätze, die Brahms je ersonnen hat.

Johannes Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ op. 45, ein sehr persönliches Werk auf selbst ausgewählte Texte, zählt überhaupt zu den berührendsten Gedenkmusiken der Geschichte. „Ihr habt nun Traurigkeit“ beginnt an diesem Abend besonders fragil, nur mit einem Quartett aus vier Streichern, bevor nach und nach Solo-Sopran und Holzbläser, schließlich der Chor einsetzen. 

Wie das?

„Ein deutsches Requiem“ wird in einer Fassung aufgeführt, die hierzulande kaum zu hören ist: als Bearbeitung für Soli, Chor und acht Instrumente, angefertigt von dem renommierten Pianisten, Komponisten und Arrangeur Iain Farrington.

Intimer Ausdruck, transparenter Klang

Brahms selbst fertigte einen Auszug für Klavier vierhändig an. Davon inspiriert, schuf der Brite Farrington gleich zwei Kammermusik-Fassungen, die das Klavier (zweihändig) behalten und die einen Kompromiss zur Farbigkeit jenes Orchestersatzes suchen, mit dem das Werk allgemein bekannt und omnipräsent ist. In der hier zu hörenden Version fügte Farrington dem Klavier die Holzbläserfarben Flöte, Oboe, Klarinette sowie ein Quartett der Streicherfamilie hinzu: Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass.

Zu erleben ist so ein absoluter Klassiker in neuem Licht – intim im Ausdruck, transparent im Klang, ohne aber auf Wesentliches zu verzichten.